Kleine Reihe  
Heft 1
Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager
 

Heinrich Heeren 
Der Postverkehr mit den emsländischen Konzentrations-, Strafgefangenen- und Kriegsgefangenenlagern 1933-1945 

Liest man heute die Briefe und Postkarten, die Häftlinge zwischen 1933 und 1945 aus nationalsozialistischen Gefangenenlagern und Gefängnissen an ihre Angehörigen und Freunde schrieben, und vergleicht deren Inhalte mit dem tatsächlichen Geschehen in diesen Lagern, ergibt sich eine große Diskrepanz: Die in der Post immer wieder vorzufindenden Sätze "Es geht mir gut" oder "Ich habe genug zu essen" lassen sich mit dem heutigen Wissen über das brutale NS-Lagersystem und das massenhafte Sterben der Gefangenen scheinbar nicht vereinbaren. Vergeblich sucht man in den Briefen nach Hinweisen auf die tatsächliche Situation im Lager und auf die Gefühle des Briefeschreibers als Gefangener. 

Heinrich Heeren zeigt in diesem Heft aus postgeschichtlich-philatelistischer Sichtweise, welchen Restriktionen der Postverkehr auch aus den emsländischen Gefangenenlagern unterlag. Ziel aller Bestimmungen war es, durch penible Zensur nichts über die Zustände nach "draußen" dringen zu lassen. Schon Andeutungen auf zum Beispiel eine mangelhafte Ernährung führten zu körperlichen Bestrafungen und zum Entzug der Schreiberlaubnis und damit der einzigen Verbindung der Gefangenen zur Außenwelt. 

92 S., zahlreiche Abb. und Dok., DIZ Emslandlager, Papenburg 1997; EURO 7,50
ISBN 3-926277-05-X
 

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