Lager XIII (Wietmarschen)

Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager

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Das Lager XIII Wietmarschen war im Mai 1938 als eines von acht neuen Strafgefangenenlagern im Emsland für 1.000 Justizgefangene weitestgehend fertiggestellt worden, bevor im August 1938 von Hitler die Anordnung kam, aus dem Bereich der Emslandlager zunächst 12.000 Gefangene sowie Baracken an den Westwall abzutransportieren. Hiervon war auch das noch nicht mit Gefangenen belegte Lager Wietmarschen betroffen, aus dem Baracken in den Raum Zweibrücken transportiert wurden. Kurze Zeit später, nach der Münchener Konferenz und der Übergabe des Sudetengebietes, nahm Hitler seine Anordnung wieder zurück, und die bis dahin abtransportierten 2.000 Gefangenen und ein Großteil der 103 Baracken wurden ins Emsland rücküberführt.

Im Juni 1939 hätte das Lager wieder mit 500 Strafgefangenen belegt werden können, blieb allerdings zunächst leerstehend.

Im September 1939 übernahm das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) das Lager als eines von neun Emslandlagern und richtete es als Zweiglager des Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlagers (Stalag) VI C Bathorn mit den weiteren Zweiglagern Groß Hesepe, Dalum und Alexisdorf ein.

Die regionalen Behörden erhofften sich von der Zusage des OKW, bis Anfang Oktober 1939 16.000 bis 17.000 Kriegsgefangene in den neun emsländischen Kriegsgefangenenlagern unterzubringen, einen Ausgleich für den Ausfall von Arbeitskräften nach dem Abzug des Reichsarbeitsdienstes aus dem mittleren und südlichen Emsland 1938. Tatsächlich wurden jedoch 1939/40 zunächst nur Durchgangsgefangene in die Lager eingeliefert. Ob sie auch in das Lager Wietmarschen kamen, ist nicht bekannt. Erst für den 10.9.1940 liegen Zahlenangaben über die Belegung der Stalags vor. Hiernach war das Stalag VI C Bathorn mit seinen vier Zweiglagern mit 16.552 Insassen belegt, darunter 13.060 französische, 343 englische (am 25.10.1940 nur noch 2), 943 belgische und 2.206 polnische Kriegsgefangene. Am 1. Mai 1941 wurden auch erstmalig 593 jugoslawische, am 1. Juni 1.450 serbische Kriegsgefangene und am 1. August 5.984 sowjetische Kriegsgefangene im Stalag VI C registriert. Die Höchstbelegung der fünf Lager dieses Stalag lag am 1. September 1941 bei 27.313 Kriegsgefangenen, darunter 11.441 Franzosen und 13.973 Sowjets. Gebaut worden war die fünf Lager für 5.500 Gefangene.

Am 19.9.1941 war das Lager Wietmarschen mit 2.700 sowjetischen Kriegsgefangenen belegt. Weitere genaue Angaben zur Belegung des Lagers und zu den Nationalitäten liegen nicht vor. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass bis 1945 überwiegend oder ausschließlich sowjetische Gefangene in diesem Lager einsaßen.


Auf dem Lagergelände selbst, auf dem keine Spuren der Vergangenheit mehr erkennbar sind, befindet sich heute die Siedlung Füchtenfeld.
Auf der "Süd-Nord-Straße", fährt man nach Wietmarschen und dort an einer Ampelkreuzung Richtung "Füchtenfeld (4 km) / Georgsdorf (9 km)". Nach 4,4 km verlässt man den Kreisverkehr nach links und gelangt in die teilweise auf dem alten Lagergelände erbaute Siedlung Füchtenfeld.
 

Auf der Ecke zur nach 400 m nach links abgehenden "Berliner Straße" befindet sich der als "Kriegsgräberstätte" ausgeschilderte Kriegsgefangenenfriedhof des ehemaligen Lagers mit dem Verweis "Ausländische Kriegstote 1939-45" neben dem Eingangstor.
Auf dem Friedhof des ehemaligen Lagers ruhen nach offiziellen Angaben 150 unbekannte Tote, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene.